Kategorie: Zweites Aett

Jera

Jera ist die Zeit der Ernte. Das, was Du gesäht hast darfst Du nun ernten.

Jera ist der Zyklus der Jahreszeiten.  Nicht umsonst erinnert Jera an das Ying-und Yang-Zeichen

Nachdem alles zur Ruhe gekommen ist, beginnt nun die natürliche Bewegung der Zeit.

Jera ist der Kreislauf des Lebens.

Alles, was gesät wurde, wird eines Tages geerntet.

Alles, was beginnt, findet auch seinen Abschluss.

Jera erinnert daran, dass Entwicklung nicht erzwungen werden kann.

Sie folgt ihrem eigenen Rhythmus.

Jera fordert von Dir Geduld.

Für Vertrauen in Prozesse, die sich nicht beschleunigen lassen.

Nicht jede Phase ist sichtbar und nicht jede Veränderung ist sofort erkennbar.

Doch nichts geschieht umsonst.

Jera lädt Dich dazu ein, die eigene Ungeduld zu betrachten.

Denn oft liegt das Hindernis nicht im Weg, sondern im Wunsch nach schnellerem Ergebnis.

Aber wenn Du auf das Ergebnis wartest, wirst Du belohnt werden!

Jera ist der Kreis der Zeit, die Bewegung der Jahreszeiten.

Die stille Gewissheit, dass alles seinen Moment hat.

Hältst Du das Warten aus?

Wer drängelt, stört den Fluss.

Wer vertraut, wächst mit ihm.

Reflexion zu Jera:

Stell dir ein Feld vor.

Etwas wurde gesät.

Kannst du es aushalten, bis es wächst?

Isa

Auf Unwetter folgt die Not-Wende, darauf folgt das Eis. Die Kraft der Stille, in der sich alles verlangsamt, zum Stillstand kommt.

Doch Isa, das Eis, ist alles andere als starr. Sie bedeutet nicht, dass eine Phase in Deinem Leben eingetreten ist, in der nichts voranzugehen scheint.

Doch was eingefroren ist, ist nicht tot, sondern es ist bewahrt. Isa ist wie die gefrorene Oberfläche eines Sees, still, klar, tragend.

Isa steht für Konzentration, für Sammlung, für den Moment, in dem Bewegung oder Aktivität bewusst ausgesetzt wird, damit inneres Erkennen möglich wird.

Isa lädt Dich dazu ein, den Wert von Ruhe zu erkennen. Nicht als Leere, sondern als Erdung. Als Raum um zu Dir zu kommen. Deine Gedanken zu sortieren und klar werden zu lassen. Denn ohne Pause verliert Bewegung ihre Richtung.

Frage Dich:

Suchst du Bewegung in Deinem Leben aus Angst vor dir selbst?

Wer ständig handelt, entkommt sich selbst. Wer still wird, begegnet sich.

Kannst du still werden, ohne dich verloren zu fühlen?

Reflexion zu Isa:

Stell dir eine weite Eisfläche vor.

Kein Wind weht, kein Geräusch ist zu hören.

Was taucht mitten in dieser Stille auf?

Naudiz

Nach dem Hagel folgt die Not? Nein, Naudiz steht für die Not-Wende und für die Notwendigkeit.

Nachdem dem Sturm bleibt das Wesentliche zurück.

Naudiz wird oft als Not oder Mangel missverstanden. Aber die Rune lässt Dich darauf besinnen,  was wirklich gebraucht wird.

Sie ist der Druck, der entsteht, wenn etwas nicht mehr ignoriert werden kann.

Der Moment, in dem eine Veränderung notwendig wird.

Denn erst im Mangel wird sichtbar, was wirklich Bedeutung hat.

Der Mangel oder die Not kann auch innerlich sein. Alte Glaubenssätze, innere Blockaden, die Dich daran hindern, weiterzugehen.

Frage Dich:

Was brauchst du wirklich und was ist einfach Gewohnheit?

Die Not-Wende kündigt sich mit Naudiz an. Wenn Du das annimmst, was wirklich Notwendig ist im Leben und damit zufrieden bist, dann wirst Du jeden kleinen Fortschritt als Geschenk sehen. 

Das wahre Glück liegt in den kleinen Dingen.

Reflektion zu Naudiz:

Was brauchst Du wirklich? 

Ist nur Gewohnheit?

Ist es notwendig in Deinem Leben oder „kann das weg?“

Hagalaz

Hagalaz eröffnet mit einem Gewitter das zweite Aett.

Hagalaz bedeutet Hagel. Sie ist der Sturm von plötzlichen Ereignissen, die nicht kontrolliert werden können.

Sie ist die unkontrollierbare Ur-Kraft der Natur. 

Hagalaz steht für Veränderung, die von außen kommt.

Für Situationen, die uns aus gewohnten Strukturen reißen.

Für das Unvorhersehbare.

Doch in ihrem Kern ist sie nicht zerstörerisch, sondern reinigend wie ein Gewitter im Sommer.

Hagalaz hilft Dir Gewohnheiten aufzubrechen, die zu starr geworden sind. Sie löst, was sich festgesetzt hat.

Hagalaz ist der Sturm, der durch dein Leben zieht.

Nicht um dich zu zerstören, sondern um Raum zu schaffen.

Denn nicht der Wandel selbst verursacht das Leid, sondern das Festhalten.

Was hältst Du noch fest, obwohl es längst gehen will?

Wer sich gegen den Sturm stellt, wird gebrochen.

Wer sich bewegt, findet einen neuen Stand.

Reflektion zu Hagalaz:

Stell dir einen Sturm vor.

Er zieht über dich hinweg.

Was bleibt, wenn er vorüber ist?

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