Schlagwort: gedanken Seite 2 von 3

Perthro

Perthro ist eine der geheimnisvollsten Runen. 

Sie wird oft mit Schicksal, Los oder Würfelspiel in Verbindung gebracht. Also mit dem, was sich nicht vollständig erklären lässt. 

Sie steht für das Verborgene.

Für Prozesse, die sich dem Verstand entziehen.

Dazu passt es, dass Perthro auch die Rune der Geburt ist. Das Wunder des Lebens. 

„Perth“ ist ein altes Wort für einen Früchte tragenden Baum. Auch ein Apfelbaum symbolisiert das Leben. 

Mit der Geburt beginnt ein neuer Weg. Ein Weg des Unbekannten. Niemand weiß, was uns auf diesem Weg erwartet.

Nicht alles im Leben ist planbar.

Nicht alles folgt klaren Regeln.

Perthro erinnert uns daran, dass Kontrolle eine Illusion sein kann.

Perthro will, dass wir Vertrauen. Vertrauen in das, was nicht sichtbar ist.

Genau dieses Vertrauen ist aber besonders schwierig. Eben weil wir unser Leben kontrollieren wollen, blockieren wir unbewußt oft genau die Wege, die eigentlich für uns gedacht waren.

Perthro fordert Mut, den Mut Dinge geschehen zu lassen, Mut nicht alles zu wissen, Mut nicht alles kontrollieren zu können.

Vertraue dem Leben und kämpf nicht gegen es!

Wer alles kontrollieren will, hat die Kontrolle bereits verloren.

Wer sich öffnet, entdeckt neue Wege.

Reflexion zu Perthro:

Stell dir einen Würfel in deiner Hand vor.

Wenn Du ihn wirfst, weißt Du nicht, wie er fällt.

Kannst du ihn trotzdem werfen?

Eiwaz

Eiwaz, die Eibe. Der alte magische Baum der Druiden.

Yggdrasil, der Weltenbaum ist eine Eibe und keine Esche, wie oft erzählt wird.

Der Baum an dem Odin 9 Tage und Nächte hing, um dann die Runen zu empfangen. 

Eiwaz ist der Baum zwischen den Welten. Die Achse, die Verbindung zwischen oben und unten, zwischen dem Sichtbaren und Unsichtbaren. Zwischen dieser und der Anderswelt. 

Darum steht Eihwaz auch für den Kreislauf von Leben und Tod. Diese Rune symbolisiert Transformation und Stabilität gleichermaßen.

Sie steht für Standhaftigkeit in Zeiten des Wandels. Für die Fähigkeit, durch Übergänge zu gehen, ohne sich selbst zu verlieren.

Denn nicht jeder Wandel ist sichtbar und nicht jede Veränderung laut.

Woran hältst du dich fest, wenn alles im Wandel ist?

Sie lädt Dich dazu ein, die eigene innere Achse zu finden.

Einen Punkt, der unabhängig von äußeren Umständen stabil bleibt.

Bleibst du dir treu oder verlierst du dich im Wandel?

Wer keinen Halt hat, wird davongetragen.

Wer verwurzelt ist, bleibt bestehen.

Reflexion zu Eiwaz:

Stell dir einen Baum vor.

Tief verwurzelt. Hoch gewachsen. Der Wind bewegt ihn, aber seine Wurzeln halten ihn.

Wo sind Deine Wurzeln, die Dich halten?

Jera

Jera ist die Zeit der Ernte. Das, was Du gesäht hast darfst Du nun ernten.

Jera ist der Zyklus der Jahreszeiten.  Nicht umsonst erinnert Jera an das Ying-und Yang-Zeichen

Nachdem alles zur Ruhe gekommen ist, beginnt nun die natürliche Bewegung der Zeit.

Jera ist der Kreislauf des Lebens.

Alles, was gesät wurde, wird eines Tages geerntet.

Alles, was beginnt, findet auch seinen Abschluss.

Jera erinnert daran, dass Entwicklung nicht erzwungen werden kann.

Sie folgt ihrem eigenen Rhythmus.

Jera fordert von Dir Geduld.

Für Vertrauen in Prozesse, die sich nicht beschleunigen lassen.

Nicht jede Phase ist sichtbar und nicht jede Veränderung ist sofort erkennbar.

Doch nichts geschieht umsonst.

Jera lädt Dich dazu ein, die eigene Ungeduld zu betrachten.

Denn oft liegt das Hindernis nicht im Weg, sondern im Wunsch nach schnellerem Ergebnis.

Aber wenn Du auf das Ergebnis wartest, wirst Du belohnt werden!

Jera ist der Kreis der Zeit, die Bewegung der Jahreszeiten.

Die stille Gewissheit, dass alles seinen Moment hat.

Hältst Du das Warten aus?

Wer drängelt, stört den Fluss.

Wer vertraut, wächst mit ihm.

Reflexion zu Jera:

Stell dir ein Feld vor.

Etwas wurde gesät.

Kannst du es aushalten, bis es wächst?

Isa

Auf Unwetter folgt die Not-Wende, darauf folgt das Eis. Die Kraft der Stille, in der sich alles verlangsamt, zum Stillstand kommt.

Doch Isa, das Eis, ist alles andere als starr. Sie bedeutet nicht, dass eine Phase in Deinem Leben eingetreten ist, in der nichts voranzugehen scheint.

Doch was eingefroren ist, ist nicht tot, sondern es ist bewahrt. Isa ist wie die gefrorene Oberfläche eines Sees, still, klar, tragend.

Isa steht für Konzentration, für Sammlung, für den Moment, in dem Bewegung oder Aktivität bewusst ausgesetzt wird, damit inneres Erkennen möglich wird.

Isa lädt Dich dazu ein, den Wert von Ruhe zu erkennen. Nicht als Leere, sondern als Erdung. Als Raum um zu Dir zu kommen. Deine Gedanken zu sortieren und klar werden zu lassen. Denn ohne Pause verliert Bewegung ihre Richtung.

Frage Dich:

Suchst du Bewegung in Deinem Leben aus Angst vor dir selbst?

Wer ständig handelt, entkommt sich selbst. Wer still wird, begegnet sich.

Kannst du still werden, ohne dich verloren zu fühlen?

Reflexion zu Isa:

Stell dir eine weite Eisfläche vor.

Kein Wind weht, kein Geräusch ist zu hören.

Was taucht mitten in dieser Stille auf?

Naudiz

Nach dem Hagel folgt die Not? Nein, Naudiz steht für die Not-Wende und für die Notwendigkeit.

Nachdem dem Sturm bleibt das Wesentliche zurück.

Naudiz wird oft als Not oder Mangel missverstanden. Aber die Rune lässt Dich darauf besinnen,  was wirklich gebraucht wird.

Sie ist der Druck, der entsteht, wenn etwas nicht mehr ignoriert werden kann.

Der Moment, in dem eine Veränderung notwendig wird.

Denn erst im Mangel wird sichtbar, was wirklich Bedeutung hat.

Der Mangel oder die Not kann auch innerlich sein. Alte Glaubenssätze, innere Blockaden, die Dich daran hindern, weiterzugehen.

Frage Dich:

Was brauchst du wirklich und was ist einfach Gewohnheit?

Die Not-Wende kündigt sich mit Naudiz an. Wenn Du das annimmst, was wirklich Notwendig ist im Leben und damit zufrieden bist, dann wirst Du jeden kleinen Fortschritt als Geschenk sehen. 

Das wahre Glück liegt in den kleinen Dingen.

Reflektion zu Naudiz:

Was brauchst Du wirklich? 

Ist nur Gewohnheit?

Ist es notwendig in Deinem Leben oder „kann das weg?“

Hagalaz

Hagalaz eröffnet mit einem Gewitter das zweite Aett.

Hagalaz bedeutet Hagel. Sie ist der Sturm von plötzlichen Ereignissen, die nicht kontrolliert werden können.

Sie ist die unkontrollierbare Ur-Kraft der Natur. 

Hagalaz steht für Veränderung, die von außen kommt.

Für Situationen, die uns aus gewohnten Strukturen reißen.

Für das Unvorhersehbare.

Doch in ihrem Kern ist sie nicht zerstörerisch, sondern reinigend wie ein Gewitter im Sommer.

Hagalaz hilft Dir Gewohnheiten aufzubrechen, die zu starr geworden sind. Sie löst, was sich festgesetzt hat.

Hagalaz ist der Sturm, der durch dein Leben zieht.

Nicht um dich zu zerstören, sondern um Raum zu schaffen.

Denn nicht der Wandel selbst verursacht das Leid, sondern das Festhalten.

Was hältst Du noch fest, obwohl es längst gehen will?

Wer sich gegen den Sturm stellt, wird gebrochen.

Wer sich bewegt, findet einen neuen Stand.

Reflektion zu Hagalaz:

Stell dir einen Sturm vor.

Er zieht über dich hinweg.

Was bleibt, wenn er vorüber ist?

Wunjo

Wunjo trägt die Energie der Freude in sich.

Nach dem Gleichgewicht des Geben und Nehmens entsteht hier ein Zustand von Harmonie.

Wunjo wird oft als Glück oder Freude übersetzt. Doch sie meint mehr als einen flüchtigen Moment des Lächelns.

Sie steht für eine tiefe, ruhige Zufriedenheit. 

Für das Gefühl, am richtigen Ort zu sein.

Wunjo ist kein lautes Lachen.

Sie ist ein stilles inneres Einverständnis mit dem Leben.

Sie entsteht nicht nur durch äußere Umstände, sondern in erster Linie durch Deine innere Haltung.

Durch das Annehmen dessen, was ist.

Durch das Erkennen dessen, was bereits da ist.

Wunjo steht auch für Gemeinschaft, für das Gefühl von Zugehörigkeit, für Freundschaft.

Doch sie zeigt auch, wie schnell Freudschaft verloren gehen kann, wenn sie an Bedingungen wie Erfolg, Anerkennung oder Kontrolle geknüpft wird. Wenn sie abhängig macht, toxisch wird.

Wunjo lädt Dich dazu ein, Deinen Blick zu verändern.

Konzentriere Dich nicht auf das, was fehlt, sondern auf das, was ist.

Erlaube Dir, zufrieden zu sein, auch ohne dass alles perfekt ist!

Denn Freude ist oft näher, als wir glauben.

Wunjo ist ein warmes Licht im Inneren. Ein Moment, der nicht festgehalten werden muss, sondern einfach gelebt werden will. Wunjo feiert das Leben. Sie ist die Grillparty, die Geburtstagsfeier oder das Volksfest. 

Wunjo ruft Dir laut zu: Leb!

Such nicht nahc dem Glück! Wer es ständig sucht, übersieht es.

Wer mit offenen Blick durch die Welt geht, findet es überall.

Refelktionen zu Wunjo:

Erinnere dich an einen Moment, in dem du einfach zufrieden warst.

Kein Ziel. Kein Wunsch.

Nur Sein.

Kannst du dorthin zurückkehren?

Gebo

Gebo, das Geschenk. Die Rune des Gebens und Nehmens. Sie trägt die Kraft des Austauschs in sich.

Gebo ist nicht nur das Geschenk, ihr Wesen geht tiefer als ein einfaches Geben und Nehmen.

Sie steht für Gleichgewicht. Für Verbindung. Für den unsichtbaren Raum zwischen zwei Wesen.

Ein Geschenk ist nur dann ein echtes Geschenk, wenn es aus freien Stücken gegeben wird.

Ohne Erwartung, ohne Forderung.

Echte Beziehung entsteht durch Gleichgewicht.

Was gegeben wird, darf empfangen werden.

Was empfangen wird, darf weitergegeben bzw. zurückgegeben werden.

So steht Gebo indirekt auch für Partnerschaften.

Für Begegnungen, die auf Augenhöhe geschehen.

Für Verbindungen, die nicht festhalten, sondern sich gegenseitig tragen.

Gebo zeigt aber auch, wie leicht dieses Gleichgewicht gestört werden kann.

Wenn Geben zur Pflicht wird.

Wenn Nehmen zur Selbstverständlichkeit wird.

Gebo lässt dich Deine Beweggründe hinterfragen!

Gibst du, um zu teilen oder um zu bekommen?

Kannst du empfangen, ohne dich schuldig zu fühlen?

Sie lädt Dich dazu ein, den eigenen Umgang mit Geben und Nehmen zu betrachten. Sei dabei zu Dir ehrlich.

Denn wahre Verbindung entsteht dort, wo keine Abhängigkeiten entstehen.

Reflextionen zu Gebo:

Stell dir zwei Hände vor.

Eine gibt, eine empfängt.

Sind sie im Einklang?

Kenaz

Kenaz

Kenaz trägt das Licht der Erkenntnis in sich.

Nach der Bewegung kommt das Sehen.

Kenaz wird oft als Fackel dargestellt. Ein Licht in der Dunkelheit.

Doch dieses Licht ist nicht nur äußerlich. Es ist ein inneres Leuchten, ein Erkennen.

Sie steht für Wissen, für Kreativität, für das Aufdecken von Zusammenhängen.

Für den Moment, in dem etwas plötzlich klar wird.

Kenaz bringt Licht in Bereiche, die zuvor verborgen waren.

Doch mit diesem Licht kommt auch Verantwortung.

Denn was einmal erkannt wurde, kann nicht mehr ungesehen gemacht werden.

So steht Kenaz auch für Transformation.

Das Licht verändert, was es berührt.

Bist du bereit zu sehen, auch wenn es unbequem ist?

Kenaz fordert Ehrlichkeit.

Nicht jede Erkenntnis ist angenehm.

Doch jede Erkenntnis ist ein Schritt zur Klarheit.

Kenaz ist die Flamme im Dunkel.

Der Funke des Verstehens.

Das Licht, das Wege sichtbar macht.

Nutzt du dein Wissen oder versteckst du dich davor?

Wer erkennt und nicht handelt, bleibt stehen.

Wer erkennt und handelt, verändert sein Leben.

So ist das Gesetz des Lichts.

Reflektionen zu Kenaz:

Stell dir eine Flamme vor.

Sie leuchtet ruhig.

Was zeigt sie dir?

Raidho

Die Rune Raidho folgt auf Ansuz. Sie ist Bewegung, der Weges und das Ziel.

Nachdem Gedanken und Worte Form angenommen haben, beginnt nun die Reise.

Raidho, der Ritt oder das Reiten. Sie wird oft mit dem Reisen verbunden. Doch sie steht nicht nur für Fort-Bewegung, sondern für die Bewegung im Leben.

Sie ist Rhythmus.

Ordnung.

Ausrichtung.

Raidho erinnert daran, dass nicht jede Bewegung Fortschritt bedeutet.

Man kann sich viel bewegen und dennoch nicht von der Stelle kommen.

Wahre Bewegung entsteht, wenn Dein innerer und Dein äußerer Weg übereinstimmen.

So steht Raidho für Entscheidungen.

Für Richtungen, die wir einschlagen.

Für Wege, die wir bewusst wählen.

Sie zeigt, dass jeder Schritt Teil eines größeren Musters ist.

Überlege:

Gehst du deinen Weg oder folgst du nur Gewohnheiten?

Raidho lädt dazu ein, innezuhalten und den eigenen Kurs zu prüfen.

Denn der richtige Weg fühlt sich nicht immer leicht an.

Aber er fühlt sich stimmig an.

Frage Dich:

Vertraust du deinem Weg, auch wenn du das Ziel noch nicht siehst?

Wer ständig zweifelt, bleibt stehen.

Wer vertraut, kommt an.

So ist das Gesetz der Reise.

Reflektionen zu Raidho:

Stell dir einen langen Weg vor.

Du gehst ihn Schritt für Schritt.

Fühlt er sich richtig an?

Seite 2 von 3

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén